Gestatten: Alexan Manweljan
von Ingo Barrabas
Mit einem Knockout Sieg über Lokalmatador Tim Ruchholz sorgte Alexan Manweljan in seinem zweiten Profikampf für eine faustdicke Überraschung. Nach Punkten zurückliegend knockte der Federgewichtler vom Koblenzer FLP Team seinen Kontrahenten in der dritten Runde mit einem Schlag aus und feierte seinen zweiten vorzeitigen Erfolg bei den Profis. Kein schlechter Start für einen Boxer, der ursprünglich nur aus Spaß bei den Profiboxern mittrainieren wollte. Am Samstag steigt Manweljan erneut in den Ring.
Der 57 kg Mann Alexan Manweljan kam im Schlepptau seines besten Freundes, dem früheren Internationalen Deutschen Mittelgewichtsmeister Roman Aramian, zur FLP Trainingsstätte in die Andernacher Straße nach Koblenz. Manweljan hatte als Kind eine Karate Ausbildung mitgemacht, doch das war schon über zehn Jahre her. Weitere Referenzen: Keine. Nicht mal eine Trainingseinheit bei den Amateuren konnte Manweljan vorweisen. Die ersten Wochen trainierte Manweljan bei den Profis mit, meistens aber halbherzig. "Ich sah das alles nicht so verbissen" kommentiert Manweljan seine damalige Einstellung. Doch nach den ersten Sparringseinheiten änderte sich diese lasche Trainingseinstellung grundlegend. Denn der Federgewichtler traf im Ring auf schwerere und besser trainierte Leute, die kräftig hinlangten. "Die Treffer taten weh, ich bekam fast nur noch Prügel, konnte mich nach wenigen Minuten kaum noch richtig zur Wehr setzen, so kam es mir damals zumindest vor. Heute weiß ich, dass die Sparringspartner nur mit mir gespielt haben. Die Treffer kamen mir so schwer vor, weil mir einfach die Härte und Kondition für einen Berufsboxer fehlte. ", so Manweljan. Nach einer Lektion reichte es dem Federgewichtler. Er warf die Handschuhe aus dem Ring und schimpfte auf seine Sparringspartner. Mit der Reaktion von Trainer Detlef Loritz hatte Manweljan aber nicht gerechnet. Mit seinem Spruch "Hier wird nicht gemeckert! Wenn Du keine Lust hast zum trainieren, lass Deine Wut nicht an den anderen, fleißigeren Boxern aus" sorgte der FLP Chef nicht nur für Ruhe, sondern stachelte auch den Ehrgeiz des 24jährigen an. Manweljan arbeitete nun mehrere Monate intensiv im FLP Gym und konnte nun auch den gestandenen Profis den ein oder anderen Denkzettel verpassen. Das Selbstvertrauen von Manweljan wuchs, er wollte nun ebenfalls Profikämpfe bestreiten.
Im Januar 2004 war es dann soweit. Alexan Manweljan stieg gegen Adrian Teodoru zu seinem ersten Kampf in den Ring und begann gegen den 0-2 Mann aus Rumänien auch recht aggressiv. Im Verlaufe der ersten Runde wurde Teodoru aber mutiger und kam selbst ein ums andere Mal ins Ziel. Die zweite Runde gewann der Gast aus Rumänien, Teodoru war jetzt der aktivere Mann und im Vorwärtsgang. Dies wurde ihm aber zu Beginn der 3. Runde zum Verhängnis, als er im offenen Schlagabtausch von einem knackigen rechten Kopfhaken Manweljans getroffen wurde, zusammensackte und am Boden liegend ausgezählt wurde. Der Schützling von Detlef Loritz hatte das Gefecht mit einem Schlag für sich entschieden. Wie auch seinen zweiten Kampf im Berliner Boxtempel im Juli 2004. Dort gewann Manweljan ebenfalls durch KO in der 3. Runde, als er den nach Punkten in Führung liegenden Lokalmatadoren Tim Ruchholz mit einem schnellen und präzisen Treffer auf die Bretter schickte.
Der Federgewichtler träumt von einer Weltmeisterschaft, "denn wer macht das nicht", sieht seine Zukunft aber ganz klar auf Erfolgen auf nationaler Ebene. "Alles andere wäre Illusion. Ich habe null Kampfsporterfahrung und gerade meinen zweiten Kampf absolviert. Insgesamt habe ich 6 Runden im Ring gestanden, da bin ich doch gerade noch ein Box Baby" so Manweljan, dem das Zusammengehörigkeitsgefühl des FLP Team viel bedeutet. "Dort ist es wie in einer großen Familie, das Umfeld stimmt einfach." In diesem Umfeld will Alexan Manweljan nichts unversucht lassen, auch in Zukunft für die ein oder andere Überraschung zu sorgen.
Info's im Netz: www.armenian-fighter.com